Mein Planerunfall – Bye Bye Chic Sparrow Crème Brûlée

Eine Woche ist es jetzt her. Meinen wunderschönen Chic Sparrow Crème Brûlée in Creme gibt es nicht mehr. Ich habe ihn beerdigt. Zumindest im Geiste. Physisch lebt er noch, aber er hat nichts mehr mit dem Original zu tun, so wie er einmal bei mir ankam. Wie das passiert ist, erzähle ich euch jetzt.

Mein Mann und ich schrieben am letzten Donnerstagabend Dankeskarten für unsere Hochzeit. Ich nahm meinen Chic Sparrow zur Hand, weil ich dort, wie es sich für ein ordentliches Planermädchen gehört, eine Liste anlegen wollte, wer nun alles eine Karte bekommen soll. Und als ich ihn gerade öffnen wollte, sah ich DAS:

Jedes Planermädchen weiß: Kulli auf Leder ist der Tod. Ich verfiel in einen Schockzustand. Mein erster Reflex war, Spucke drauf und reiben. Nicht fest. Nur so eben. Ich dachte, wenn es nur oberflächlich ist, geht es vielleicht wieder raus. Nix passierte. Mein nächster Gedanke: Google weiß Rat. Wusste es auch. Es gibt Wundermittel, die man bestellen kann. Aber ich wollte nicht warten. Ab jetzt empfehle ich jedem Planermädchen, das nicht nachzuahmen, was ich gemacht habe. Glaubt mir, diese Planer-Schockmomente braucht wirklich niemand.

Weiter ging es also mit Lederpflege. Bienenwachs hatte ich noch da. Und da mein Mann Motorrad fährt und eine Lederkombi besitzt, gab es auch noch Lederbalsam und Lederreinger im Haus. Damit würde es schon gehen. Zuerst also den Beeswax auf den Planer. Kurz einwirken lassen, abgewischt, nichts. Dann gingen die Sicherungen mit mir durch. Nach heulen (Ihr könnt das sicherlich ALLE nachvollziehen), Wut und dem Gedanken, wohl das erste Planermädchen zu sein, das einen Chic Sparrow wegschmeißt, dachte ich mir: „Schlimmer kann es nicht werden“ und ab unter heißes Wasser damit. Im klatschnassen Zustand gab ich den Lederreiniger auf den Planer. DAS war die schlechteste Idee des ganzen Abends. Denn ich sah schon was passierte: Er blich den Planer aus. Also direkt hinterher den Lederbalsam. Und dann hieß es föhnen, föhnen, föhnen.

Auf dem Foto seht Ihr den Planer nach angeföhntem Zustand. Ihr könnt unten rechts erkennen, dass dort das Leder zu dem Zeitpunkt sehr gelitten hat. Was ich tat? Weiter föhnen, Lederbalsam drauf, kurz einwirken lassen, den Rest abnehmen und weiterföhnen. Das ganze bestimmt drei bis vier Mal. Ich habe nicht gezählt. Ich habe einfach gemacht… Nachdem der Planer halbwegs trocken war, habe ich ihn ein letztes Mal für diesen Abend mit dem Beeswax und Lederbalsam eingeschmiert und über Nacht trocknen lassen. Und so fand ich ihn dann am nächsten Morgen vor:

 

Die Vorderseite war mir noch viel zu dunkel. Aufgrund des ausgeblichenen Leders und des mehrmaligem einreiben mit Balsam und Wachs, hatte das Leder hier wohl viel Produkt aufgenommen und war dort einfach dunkel. Also rollen und kneten, und rollen. Wieder einreiben mit Beeswax.

Hinten sah er schon wieder ganz gut aus, wenn auch anders als vorher. Vor allem dunkler und strukturierter. Vorher war er hier nämlich ziemlich glatt.

Vorne gab ich zuletzt noch einmal Lederbalsam drauf und knetete und rollte an den Stellen, wo der Chic Sparrow noch sehr dunkel war, immer und immer wieder. Zum Schluss erhielt ich dieses Ergebnis und so durfte der neue alte Chic Sparrow Crème Brûlée erst einmal bleiben.

Chic Sparrow

Mittlerweile ist eine Woche vergangen. Nach einer Gewöhnungsphase muss ich sagen, gefällt mir der Planer eigentlich wieder ganz gut. Was ich jetzt daran mag ist, dass ich nicht aufpassen muss, dass irgendwas ans Leder kommt. Der Chic Sparrow darf Kratzer bekommen und Macken. Er ist jetzt halt im „Used Look“. So wie Planer nach jahrelanger Nutzung aussehen sollten. Meiner hat diese Alterung jetzt innerhalb weniger Stunden erhalten. Es hat alles Vor- und Nachteile einen solchen Planer zu besitzen.

Dem aufmerksamen Leser ist vielleicht nicht entgangen, dass meine Inscription weg ist. Dieser trauere ich auch tatsächlich ein wenig hinterher. Aber sie hat sich mit dem Wasser überhaupt nicht vertragen und quoll sofort heraus. Nun ist sie weg. Ebenso wie der schöne Ledergeruch. Der Chic Sparrow riecht nun sehr nach dem Beeswachs, das ich benutzt habe.

Zum Schluss bekam der neue alte Chic Sparrow Creme Brulée Used Look noch eine Wort-Plakette. Sie ersetzt meine Inscription und ist für mich ebenso ein Leitsatz wie „I’m possible“.

Zum Schluss zeige ich euch noch einmal den direkten Vorher-Nachher-Vergleich:

Und? Was sagt Ihr? Rettung geglückt?

Fliegt ins Glück,

Daniela

5 comments

  1. Ronja says:

    Er ist damit ab sofort definitiv ein Teil eurer Hochzeit! Er hat seine eigene Geschichte und ich muss sagen, ich finde ihn auf den Fotos wunderschön ♡♡
    Auch wenn es mir natürlich für dich leid tut, dass du dich vom Original CS verabschieden musstest.
    LG

  2. Ulli says:

    Ehrlich gesagt gefällt er mir jetzt viel besser !! Aber ich kann verstehen was du durchlitten hast, ich hab beim lesen die Panik und die Verzweiflung mitgefühlt !! Aber er ist richtig toll geworden !
    Lg Ulli alias planenaufpapier

  3. Tina says:

    Daniela, wie schon erwähnt finde ich ihn persönlich sogar viel besser als vorher! Aber das ist natürlich Geschmacksache & ändert nichts an deinem „Verlust“! Super, wie du ihn letztendlich hinbekommen hast & auch, dass du das mit uns teilst! Perfekt unperfekt würde ich mal sagen!! 🙂

  4. Anke says:

    Liebe,

    ein toller Beitrag zu deinem cs!

    Ich muss sagen: ich finde ihn jetzt viel schöner als vorher!!!!! Auf gar keinen Fall „wegschmeißen“…..!!!!!!

    Es ist perfekt unperfekt! Besonders! Er lebt!

  5. Kerstin says:

    Er hat mit dir gelitten und darf dich nun bestimmt weiter begleiten … er lebt mit dir … er sieht nun „anders“ aus … hat aber mit dir eine Geschichte zu erzählen … ich finde ihn toll !!

Schreibe einen Kommentar